Nein danke, Buzz-People (2)

Ok, nun fühle ich mich doch gezwungen etwas ausführlicher zu werden. Ich hab‘ mal eben 2 Minuten Google benutzt. Buzz-People, das sind Experten für „Buzz-Viral und Guerilla Marketing“ bzw. für „Buzz, Viral and Blog Communications“. Die haben jetzt eine Kampagne mit Fonic gestartet, einem nicht wirklich bekannten Handy-Sim-Karten. So unbekannt, dass er nicht mal eine Website hat – zumindest wird der Kunde in der Ankündigung des Buzz-People-Blogs nicht verlinkt.

Die Buzz-People sind, wie bereits erwähnt, also Experten für „Buzz-Viral und Guerilla Marketing“. Was sich dahinter verbirgt ist fraglich – auf jeden Fall verschicken die Damen und Herren „powered by Markus Willnauer & Pepe Wietholz“ nun Emails an einige Blogger mit einem fast unmoralischen Angebot:

Wir schicken Ihnen ein persönliches Buzz-Kit (kostenlose SIM-Karte mit
einem Gesprächsguthaben von 10 € und weitere 10 € im Oktober) zu. Damit
können Sie alle Funktionalitäten von „FONIC“ kostenlos, unverbindlich
und als einer der Ersten ausprobieren.

Das ist natürlich ansich schon mal sehr verlockend. Ich bekomme also eine Handy-SIM-Karte, die ich (wie ungefähr 99% aller anderen Deutschen) schon habe und die ich damit nur benutzen kann, wenn ich meine bisherige Karte nicht mehr nutze. Mit einfach mal testen ist also nix, ein Handy oder ähnliches wird für dieses „ausprobieren“ nicht zur Verfügung gestellt.

Uns interessiert dabei Ihre Meinung! Was hat Ihnen gefallen? Was können
wir besser machen? Was hat Ihnen nicht gefallen? Was würden Sie sich
noch wünschen? Schreiben Sie in Ihrem Blog über Ihre Eindrücke und
Erfahrungen – einfach Ihre ehrliche Meinung.

In dem was, wann oder ob Sie etwas schreiben sind Sie natürlich
vollkommen frei.

Soso, meine Meinung interessiert sie also, die Buzz-People. Aber die wiederum ist natürlich nur interessant, wenn sie öffentlich gebloggt wird. Nicht etwas per Email oder Post will man sie alternativ haben, meine Verbesserungsvorschläge, sondern ganz öffentlich. Aber es geht noch weiter – man will nicht nur meine Meinung, sondern auch noch kostenlosen Content von mir…

Des Weiteren stellen wir Ihnen Ende August einen exklusiven Zugang zum
Produkt-Blog zur Verfügung, den Sie dazu nutzen können, sich mit anderen
Usern auszutauschen.

Fassen wir mal zusammen: Für zusammen 20€ Gesprächsguthaben, die den mutmaßlichen Betreiber O2 so gut wie gar nichts kosten will man sich PR erkaufen. In der Ankündigung wird noch lautstark betont, dass man auf gekaufte Reviews verzichten wollte, da man für den Kunden nur ernsthafte und authentische Meinungen haben wollte. Vielleicht hätte etwas Recherche dazu verholfen zu sehen, dass die vielen „nicht ernstzunehmenden Reviews“ von Trigami und Co. so schlecht gar nicht sind. Zumindest haben da bisher soweit ich es mitbekommen habe die meisten Auftraggeber recht offene Beiträge zu sehen bekommen – durchaus auch ehrliche, negative Kritik (siehe Yourcha).

Dazu kommt noch, dass die Buzz-People derzeit wohl mit Gewalt die Angaben diverser ignorieren, die sich auf der Website gegen ungefragte Zusendung von Werbung und werblichen Aktionen aussprechen.

Anyway – heute in wenigen Stunden ist Einsendeschluss für das Feedback bei den Buzz-People. Ich bin gespannt wie viele kleine und unerfahrene Blogger man doch überzeugen konnte sich für nen Appel und nen Ei zu verkaufen, der große Buzz wird aber vermutlich ausbleiben und „hören“ wird von Fonic dennoch niemand. Vielleicht ist beim nächsten mal doch wieder ehrliches Marketing angebracht, auch wenn das irgendwie uncool erscheint.

Buzz-People Blogmonitor:

Virales Marketing funktioniert allerdings schon mal. Ob das aber so im Sinne des (Fonic-) Erfinders ist….

4 Gedanken zu „Nein danke, Buzz-People (2)“

  1. Dieses als gesamtes betrachtet war für mich der Grund weder auführlich darüber zu schreiben, noch alle drei (Mutmaßlicher Anbieter, Produkt, Buzz) beim vollständigen Namen zu nennen.

    Ich werde auch irgendwie den Verdacht nicht los, dass Buzz sich damit selbst vermarkten möchte, denn so ein paar Prepaid Karten kosten im EK nicht gerade die Welt.
    Es steckt einfach kein Sinn hinter der ganzen Aktion, wenn man Sie rein als Klienten-Auftrag betrachtet.

  2. Hm? Man war doch gar nicht verpflichtet, zu bloggen. Stand ja in der Mail: „In dem was, wann oder ob Sie etwas schreiben sind Sie natürlich vollkommen frei“. Darauf würd ich dann nicht unbedingt herumhacken.

Kommentar verfassen