Handyvertrag = Ratenkredit 2.0

Manche Handyverträge sind schon putzig. Auf meiner Suche nach einem mobilen Internetzugang bin ich unter anderem auf die lustigen „Tarife“ der großen Netzbetreiber gestoßen. Unter anderem bietet T-Mobile seit kurzem den neuen web’n’walk-Stick-III für 1,-€ bei gleichzeitigem Abschluss eines web’n’walk-Plus-Tarifs. Naja Tarif ist nur die Bezeichnung, die T-Mobile bei diesem schlechten Ratenkredit als Bezeichnung wählt, denn so wirklich Nutzbar ist das ganze nicht ohne eine Daten-Option. Diese Daten-Optionen bewegen sich zwischen 10€ für 30 MByte (!!!), knapp 20€ für 300 MByte und knapp 35€ für eine vermeindliche Flatrate. Vermeindlich, weil ab 10GB der Hahn zugedreht wird und nur noch 64/16 kBit/s (!!!) zur Verfügung stehen.

Ja, ich weiß, das ist keine Seltenheit mehr, aber es gehört meines Erachtens dennoch verboten solche Tarife als Flatrate zu verkaufen. Die Regulierung funktioniert auch hier leider mal wieder gar nicht. Die Daten-Option ist übrigens auch nur eine augenscheinliche Option, denn im Kleingedruckten liest man, dass freundlicherweise die größte Option (web’n’walk L -> „Flatrate“) bereits von Anfang an draufgebucht und nur 6-monatlich künd-/änderbar ist. Hat man sowas schon mal gehört? Unglaublich find‘ ich das.

Achja – der sogenannte „Tarif“ für den Stick – also dieser web’n’walk „Plus“ kostet übrigens 9€ pro Monat. Was man dafür bekommt ist klar: Den Stick für 1€, der ohne Vertrag 179€ kostet und bei eBay vermutlich in Kürze für deutlich weniger zu haben ist, eine Sim-Karte und … nichts – genau nichts. Macht in 24 Monaten flockige 216€ was einem Zinssatz von irgendwo über 10% entspricht (ich bin kein Bänker). Also nichts anderes als ein – nicht gerade billiger – Ratenkredit oder? Naja, die Telekom ist da aber etwas schlauer. Vergisst man nämlich diesen Kredit ähhhm Mobilfunkvertrag rechzeitig zu kündigen, zahlt man ein weiteres Jahr seine Raten.

Selbstredend sind parallel dazu bei den Prepaid-Anbietern keine wirklich interessanten Datenoptionen verfügbar oder auch wieder so teuer, dass auch das kaum interessant ist. Ich bin gespannt wann die Liberalisierung des EU-Telekommunikationsmarktes beginnt, damit das endlich mal eine Ende nimmt.

Im Vergleich zu diesem Gehampel kommt mir mein iPhone-Vertrag wirklich fast noch günstig vor.

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0 Kommentare

  1. Naja, die Unternehmen machen, was die Kunden zahlen.
    Das ist nichts neues und vollkommen legitim.
    So funktioneiren die Verträge schon seit Jahren.

    Ich selbst habe auch einen, werde den zwar kündigen, aber mit Sicherheit einen neuen holen, da auf diese Art die Kosten für ein neues Handy eben auf 2 Jahre verteilt werden.

  2. solange sie gut verteilt werden ist das ja alles schön und gut. nachrechnen tun aber offenbar die wenigsten. Viele Verträge rechnen sich hinten und vorne nicht. Vor allem wenn man die im vermeindlichen Billigmarkt angegebenen Handypreise mit denen auf dem freien Markt (Internetshops, eBay, andere stationäre Händler) etc. vergleicht. Erst heute wieder erlebt bei einem Testberatungsgespräch bei Saturn. Beispiel: Sony Ericsson S500i bei Saturn 229€ ohne Vertrag und mit Vertrag in 2 Jahren 360 Euro (Handy dann nur 1€). Der Straßenpreis dafür liegt aktuell deutlich unter 200€ (Bsp. Amazon 159€).

    Hat natürlich mit Verträgen generell nichts zu tun, zeigt nur mit welchen Mitteln gearbeitet wird und wie wenig sich so ein Vertrag auch rechnen kann – das war grundsätzlich nicht der schlechteste Vertrag (Debitel).

    Lohnenswert sind Verträge wohl in erster Linie für Vieltelefonierer die ein entsprechendes Inklusivvolumen oder Flatrate deutlich günstiger bekommen als zum Minutenpreis.

  3. T-Mobile hat meies erachtens wirklich sehr unübersichtliche „Flatrate“-Tarife. Um letztlich an die Flatrate ranzukommen braucht man erst mal 2 andere Tarife (Optionen), die gebucht werden müssen. Das summiert sich dann schnell auf 40 Euro und mehr pro Monat, vor allem, wenn noch weitere Nutzungen dazu kommen. Ich frage mich eigentlich, warum eigentlich MoobiAir mindestens 10 Euro günstiger ist, als T-Mobile, obwohl ja MoobiAir Das Netz von T-Mobile nutzt. Naja, die Reseller bekommen letztlich so viel Rabatt, dass sie unter dem Preis des eigentlichen Anbieters bleiben können.

    Einen Prepaid-Datentarif bei dem man einen USB-Stick benötigt habe ich bisher noch gar nicht entdeckt. Ansonsten weiß ich als die güntigsten Prepaid Anbieter nur Simyo und Blau.de. Dort kostet ein MB jeweils 24 Cent. Für Gelegentheitsnutzer sicherlich interessant.

    Ansonsten hat ja T-Mobile noch die Dayflat. Die ist auch für 4,95 pro Nutzungstag im Prepaid Tarif nutzbar. Also wenn man die maximal 5 Tage im Monat nutzt, würde sich das auch noch rechnen.

    Und was die benötigten Geräte betrifft, sollte man dann wohl wirklich lieber mal bei E-Bay schauen. Es zwingt einen ja niemand die Geräte direkt vom Anbieter gleich mitzunehmen.

  4. Die gleiche Erfahrung hatte ich auch gemacht.
    Ich wollte mir für meinen Laptop eine Karte holen, die
    sich aber im Leben nicht gelohnt hätte. Da hätte meine
    Leitung schon für vergoldet werden müssen.
    Davon abgesehen habe ich mit t-mobile nur miese Erfahrungen
    gehabt.
    Jetzt bin ich bei 1und1 und die haben wirklich klasse Tarife und super Service.
    T-Mobile adieu !

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