Spam 2.0: Einladungen, Anmeldungen, Newsletter

Anfang dieses Jahrtausends, als das Internet im deutschsprachigen Raum anfing etwas erwachsen zu werden und ernsthafte Geschäftsmöglichkeiten eröffnete war eine immer stärker werdende Vorsicht gegenüber gewissen rechtlichen Vorschriften zu spüren. Langsam wurde klar – das Internet ist eben kein rechtsfreier Raum und es gibt Punkte, an die man sich halten muss.

Neben der Impressumspflicht gehörte dazu auch der sorgsame Umgang mit Email-Adressen. Einen Newsletter oder eine Communityanmeldung anzubieten ohne das sog. Double-Opt-In-Verfahren anzuwenden war quasi undenkbar. Zur Info: Double-Opt-In bedeutet, dass die angegebene Email-Adresse bestätigt werden muss. Dazu dient in der Regel ein Code oder Bestätigungslink, der genau an diese Email-Adresse geschickt wird.

Gerade im Bezug auf Email-Adressen wird im modernen Web 2.0 immer mehr geschlampt. Es gibt nicht wenige Dienste die bei der Anmeldung komplett auf Bestätigungsemails verzichten. Bei meiner Spam-Adresse, die ich grundsätzlich nur für ‚unsichere Anmeldungen‘ verwende rauscht wöchentlich eine Status-Email eines deutschen Stammbaum-Dienstes rein, bei dem ich mich selbst nie angemeldet und damit auch die Email-Adresse nicht bestätigt habe.

Außerdem rauschen hier ebenfalls im regelmäßigen Rythmus Einladungen zu diversen Diensten rein. Grundsätzlich wäre das ja noch in Ordnung wenn nicht ein neuer Trend Einzug erhalten würde: Neuerdings wird man an Einladungen erinnert. Reagiert man also nicht binnen Zeitraum X kommt die erste Erinnerungsmail, ob man denn die Einladung vergessen hätte. Interessant wird’s dann, wenn die Mails so verfasst sind, als würden Sie vom einladenden persönlich verschickt werden. Heute Morgen hat mich dann eine Email erreicht, die den bisherigen Höhepunkt darstellt und an Frechheit in meinen Augen kaum zu überbieten ist:

Hallo,

Dein Anmeldecode für openPeople, den ich Dir vor einigen Tagen gesendet habe, ist leider verfallen.
Falls Du Dich doch noch bei dieser interessanten Community anmelden möchtest, kontaktiere mich bitte per E-Mail, damit ich Dir einen neuen Code senden kann.

$Vorname $Nachname

Diese Email trägt als Absender den Namen und Email des Einladenden. Ich weiß jedoch sicher, dass er sie nicht verschickt hat. Ich bin auch ziemlich sicher, dass er nicht danach gefragt wurde. Eigentlich würde ich nun sagen, dass ich das Vorgehen der Betreiber für außerordentlich dumm halte, da man sich damit nichts einfängt als schlechten Ruf – ich fürchte jedoch, dass das die Breite Masse gar nicht wirklich interessiert und vermutlich ein nicht unerheblicher Teil der so zum wiederholten Mal auf die Einladung aufmerksam gemachten User mit einer Anmeldung reagiert.

Ich bin gespannt, wann’s der Erste weit genug übertreibt um ernsthafte Probleme zu bekommen.

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2 Kommentare

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  2. Ich find’s auch sehr kritisch, wenn Mails in meinem Namen verschickt werden, ohne dass ich vorher den Inhalt festlegen oder wenigstens sehen kann. Bei manchen Einladungsmails ist das so.

    Das mit der selbstständig verschickten Erinnerungsmail in meinem Namen setzt dem Ganzen natürlich echt nochmal gehörig einen drauf. Das kann echt nicht sein. Die Erinnerungsmail an sich ist das eine, aber in wessen Namen sie verschickt wird, ist eben auch nochmal ein Punkt und bei sowas bin ich empfindlich. Was in meinem Namen verschickt wird, bestimme immer noch ich.

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