Typo3: Blick über den Tellerrand – oder mehr?

Regelmäßige Leser dieses Blogs und unter ihnen vor allem diejenigen, die schon etwas länger hier lesen werden wissen, dass mich in den letzten Monaten und Jahren primär zwei Content-Management-Systeme (CMS) bei meiner Arbeit und meinen privaten Projekten begleitet haben: WordPress und Drupal. Ich arbeite mittlerweile recht ausgeglichen mit beiden Systemen – ich glaube sagen zu können die Vor- und Nachteile beider Systeme mittlerweile recht gut zu kennen.

Auch deshalb und auch um einen Blick über den Tellerrand zu wagen, sehe ich mich derzeit wieder einmal mit offenen Augen auf dem CMS-Markt um. Dabei stößt man unweigerlich irgendwann auf Typo3. Bisher habe ich den näheren Kontakt (ausgenommen einem intensiveren Test vor einigen Jahren) immer gemieden. Der primäre Grund dafür war die drohende Komplexität. Von fast jedem der Typo3 ein wenig kennt bekommt man zu hören „dafür musst du studiert haben“.

Um diese Theorie entweder zu bestätigen oder sie zu widerlegen und um für das ein oder andere Problem eventuell eine bessere Lösung zu finden, will ich mir in nächster Zeit Typo3 etwas genauer ansehen. Vor allem der eher strukturierte Aufbau im Vergleich zu den grundsätzlich chronologisch funktionierenden Systemen Drupal und WordPress insteressiert mich. Weiterhin werde ich die Möglichkeiten prüfen Inhalte Verzeichnisähnlich darzustellen und individuell auszugeben. Das lässt sich zwar auch mit Drupal lösen, jedoch ist der programmiererische Aufwand für eine individuelle Ausgabe hier zum Teil nicht zu unterschätzen. Die ersten Blicke lassen aber auch bei Typo3 viel Arbeit vermuten. Die Hilfestellung in der Community scheint recht zerstreut zu sein, die Tatsache dass das meiste wohl von kommerziellen Agenturen erstellt wird, sorgt sicherlich für wenig Informationsfluß.

Glücklicherweise gibt es jede Menge Bücher, die zum Teil auch ganz ordentliche Bewertungen in den Foren, auf Mailinglisten und bei Amazon erhalten. Zum Einstieg habe ich mir Praxiswissen Typo3 aus der Serie „o’reillys basic“ bei Amazon bestellt. Das sollte für einen ersten Einblick erstmal ausreichen. Mal sehen was sich ergibt. Für nützliche Links zu Typo3 in den Kommentaren bin ich natürlich jederzeit dankbar. Gerne auch per Email (siehe Impressum).

8 Gedanken zu „Typo3: Blick über den Tellerrand – oder mehr?“

  1. Ja, das Buch ist quasi ein Standardwerk. Habe ich auch bei mir zu Hause. Hier kannst Du übrigens für einen Monat eine komplett fertige TYPO3-Installation kostenlos testen:
    http://www.mittwald.de/webhosting/typo3-hosting/typo3-testaccount/

    Die Lernkurve ist bei TYPO3 erst sehr steil. Aber dafür kann TYPO3 eben auch eine Menge. Wenn ich da allein an TypoScript denke… Das ist schon sehr vielfältig und mit den Möglichkeiten von WordPress oder Drupal überhaupt nicht zu vergleichen. Bin gespannt auf Deine Erfahrungen :-)

  2. Hehe, ja bei Dir führt ja schon alleine aus beruflichen Gründen kein Weg mehr an Typo3 vorbei, ne? :)

    Test-Installation ist das geringste Problem. Genug Server stehen ja zur Verfügung. Dennoch danke für den Hinweis – evtl. hilfts ja wem anders.

    Ich werd erstmal sehen, dass ich ein wenig Basics lerne und „rumspiele“ – dann sehen wir weiter.

  3. Ist ja lustig. Genau vor dieser Entscheidung stand ich vor kurzem auch. Hab mich u.a. auf dem LinuxTag 2008 mit ein paar Typo3-Leuten unterhalten. Auch eine Typo3 Light-Installation bei nem Kunden habe ich hinter mir, die ich alles andere als „light“ empfand.

    Naja, jedenfalls stellte sich heraus, dass die für mich interessante Version Typo3 v5 erst irgendwann 2009 released werden soll. Ich persönlich meide mittlerweile den Kontakt mit PHP-Systemen, die nicht objekt-orientiert sind. Da geht einfach zuviel Arbeit beim Anpassen und Weiterentwickeln drauf.

    Also werde ich wahrscheinlich erst 2009 einen tieferen Blick Typo3 werfen. Bis dahin schau ich mir SilverStripe etwas genauer an. Eine erste Testinstallation und ein kleines, selbst-entwickeltes Modul waren sehr vielversprechend. Man fühlt sich gleich irgendwie wohl, wenn man in richtigem PHP5 programmieren kann. SilverStripe hat nen paar Ecken und Kanten, die es noch „rund“ zu feilen gilt. Aber insgesamt bin ich sofort warm mit dem System geworden.

  4. Ja, Silverstripe ist definitiv mehr als einen Blick wert. Gefällt mir sehr gut. Allerdings ist es für den gehobenen Anspruch meines Erachtens nur dann sinnvoll, wenn man selbst in der Lage ist Module zu entwickeln – da fehlt einfach noch die Vielfalt für den entwas anspruchsvolleren Tagesgebrauch.

  5. Stimme Jan zu. Das Buch ist eine sehr gute Wahl. Zumindest bis man zur Entwicklung eigener Mode kommt. Dann war weitere Literatur noetig.

    Bei mir ist es schon 2,5 Jahre her, dass ich das letzte Typo3-Projekt hatte und ich weiss nicht, ob ich wieder zurueck will. Nicht, dass es schlecht ist. Der Kunde ist vor allem mit der Rechteverwaltung und der einfachen Sprachversionsverwaaltung sehr zufrieden. Aber wie schon gesagt, das System erfordert soviel Einarbeitungszeit, dass ein eigenes Berufsbild „Typo3-Developer“ voellig gerechtfertigt ist. Ansonsten kann es sein, dass man Stunden auf der Suche nach einer Kleinigkeit im Typoscript und Communityforen verbringt. Jetzt lebe ich mit der staendigen Angst, dass mal was zusammenbricht und ich zwecks Wartung ran muss :)

    Daher Hochachtung fuer Deinen Wissensdurst. Ich verstehe, dass man die 8000er will, wenn man sonst alle Berge bezwungen hat :)

  6. Ich nutze Typo3 im Moment auf ehrenamtlicher Basis und bin (trotz fast fertigem Diplom in Informatik und einiger Erfahrung im Web-Bereich) immer wieder froh, einen „T3-Freak“ zu kennen. Das System ist sehr komplex – ich möchte es aber nicht mehr missen. Bisher kam kein anderes System an T3 ran.

  7. Ein gutes Buch (Tipp: von Galileo »Einstieg in Typo3, 4.0«) oder eine Videoanleitung (Tipp: von Galileo – nein, ich habe keine Verbindung zum Verlag – »Videotraining Einstieg in Typo3, 4.0«) sind sehr hilfreich fürs Lernen.

    On the fly gibt es auch einige gute Foren. Eines davon:
    http://www.typo3forum.net/

    Am besten empfand ich allerdings einen Kollegen, der mir beim Einstieg grundlegend Anleitung geben konnte.

    Du solltest zunächst ein Projekt für Dich aufbauen, denn manchesmal stößt man in T3 auf scheinbar unüberwindliche Hürden (die meist nur mit wenigen Schritten gelöst sind). Und das wäre schade, wenn Du damit das System aufgeben würdest ;-)

  8. Mir hat dieses Buch überhaupt nicht geholfen.

    Wenn du mehr zum Thema Administration erfahren möchtest, dann schau‘ dir das an: TYPO3 4.0: Das Handbuch für Entwickler. Es ist nicht billig, hat mir aber Stunden der Recherche erspart.

    Ich habe ein großes Projekt mit Typo3 umgesetzt. Das funktioniert ganz gut, aber wenn du Leute damit arbeiten lässt, gib ihnen nicht zu viele Rechte. Ich hab‘ erst gestern wieder etwas so durcheinandergebracht, dass es nur der Administrator retten konnte.

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