So schaut’s aus

Während sich drüben beim Blogine-Award die Zicken die Augen auskratzen und die männlichste Bloggerin Deutschlands darüber nur lachen kann, tut sich hier im Blog mal wieder etwas weniger. Und das ist auch gut so, denn wenn man nix zu sagen hat hält man bekanntermaßen lieber mal die … na ihr wisst schon. Ein klein bisschen hat sich in den letzten Tagen aber doch angesammelt und das will ich nun mal komprimiert in einem Beitrag loswerden.

Podcasts

Seit ein paar Wochen gehe ich mit Steffi wieder regelmäßig laufen. Da das ansich noch nicht sonderlich unterhaltsam ist ist der iPod Mini, den ich vor ein paar Jahren mal gekauft hatte eigentlich immer dabei. Eigentlich eine gute gelegenheit sich mal dem Thema Podcasts etwas genauer zu widmen. Leider artet das für mich immer mehr in ein Drama aus. Zu den Themen die mich interessieren (Webworking, Blogs, Webdesign/Programmierung) scheint es keinen wirklich guten Podcast zu geben. Ich meine erst kürzlich gelesen zu haben, dass Podcasts in Deutschland eher schon wieder am aussterben wären. Leider weiß ich nicht mehr wer darüber geschrieben hat, aber ich kann’s eigentlich nur bestätigen. Grundsätzlich liegt das wohl mitunter daran, dass viele Podcasts einfach nicht gut genug sind. Das soll nun kein Vorwurf an irgend jemanden persönlich sein, aber ich habe in den letzten Wochen einfach viele Podcasts gehört die sich nicht dazu geeignet haben länger als 3 Minuten zuzuhören.

Die größten Übel aus meiner Sicht waren eine untaugliche Stimme des Sprechers (dafür kann keiner was, aber es muss ja auch nicht jeder Podcasten), langweilige Themen oder langatmige Ausführungen und der übertriebene Einsatz von Musik/Effekten.

Vielleicht sind meine Ansprüche auch zu hoch, aber ich höre auch auf einen sehr langen Artikel zu lesen, wenn sich in den ersten 10 Zeilen schon abzeichnet, dass nur um den heißen Brei herumgeschrieben wird. Bei Podcasts geht es mir ähnlich. Wenn jemand so gar nicht sprechen kann oder eine Stimme zum einschlafen hat, dann tut’s mir leid, aber dann kann ich da nicht lange zuhören. Auch ein neuer Trend in deutschen Landen, der sich bei einer älteren Technikwürze-Folge bemerkbar gemacht hat: Lieber negativ als positiv. Das Thema waren Dinge/Elemente die eine Website haben sollte. Im Zwigespräch mit Bernd Grochtdreis hat sich David Maciejewski fast ausschließlich darüber unterhalten wie schlimm doch der Einsatz von einzelnen Website-Elementen (Digg-Buttons, Wetter-Widgets, etc.). Nachdem ca. 10 Minuten quasi nur negatives gefallen ist, musste ich leider ausschalten. Schade, denn Technikwuerze scheint grundsätzlich noch eines der ambitioniertesten deutschen Podcastprojekte im Bereich Webworking/Webdesign zu sein. In anderen bisher gehörten Folgen war’s aber leider nicht viel besser.

Das ist jetzt natürlich nur ein Beispiel, aber mit allen anderen Podcast-Versuchen ging’s mir nicht so viel anders bisher. Ob dem Linux-Podcast, Trackback oder anderen. Bisher hat mich noch keiner genug begeistert um ihn regelmäßig zu hören. Gibt’s wirklich niemanden in DE der a) zum Thema Web kritisch kommentiert oder mal ein interessantes Interview führt, b) eine halbwegs angenehme Stimme hat und zumindest ein bisschen sprechen kann und c) weiß, dass es gilt den Hörer zu unterhalten und ihn nicht zu verjagen.

Jetzt hab‘ ich doch wieder mehr geschrieben als geplant, dennoch noch kurz ein paar andere Punkte:

Eigene Projekte

Auch hier stockt es etwas. Das Jobportal braucht noch eine ordentliche Optik und bei SimpleSnip mangelt es noch an einer endgültigen Entscheidung bzgl. der Mehrsprachigkeit. Im Moment sieht es so aus als würde das Projekt im ersten Step nur auf deutsch starten, obwohl ich das eigentlich nicht wollte. Technische Einschrenkungen muss man aber mangels Programmierkenntnissen einfach mal hinnehmen ;)

Blogosphäre

Ich verkünde hiermit offizielle, dass mir Ranglisten, Schwanzvergleiche und Blogdefinitionen am A… vorbei gehen. Die Diskussionen die ich in den letzten Tagen und Wochen in diversen Blogs, Chats und ähnlichem mitbekommen habe gehen mir langsam ziemlich auf den Senkel. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum man sich in Deutschland ständig so sehr mit sich selber, der eigenen Positionierung und der Positionierung anderer beschäftigen muss. Schreibt doch einfach mit Eurem Blog in’s Internet rein und gut ist. Wenn jemand meint er muss sein Blog mit Werbung voll packen (ob nun in Text- oder Bannerform) dann muss er das halt. Mit der Auswirkung auf seine Leser muss er ja auch selber leben.

Meiner Meinung nach ist einer der Hauptgründe warum in Deutschland die Blogs nicht aus der Hüfte kommen die Tatsache, dass diejenigen die am ehesten in der Lage wären sie nach vorne zu bringen sich lieber damit beschäftigen sich gegenseitig schlecht zu reden und am Wachstum zu hindern. Abgesehen von Journalisten die schon im Frühling Sommerlöcher füllen.

Anyway – meine 2 cent – musste mal raus.

0 Gedanken zu „So schaut’s aus“

  1. Die Diskussionen die ich in den letzten Tagen und Wochen in diversen Blogs, Chats und ähnlichem mitbekommen habe gehen mir langsam ziemlich auf den Senkel.

    Nicht nur Dir, nicht nur Dir..

  2. Hallo Jochen, das bezog sich nicht auf Diskussionen die die große Runde gemacht haben. Oft waren es nur Beiträge und ein paar Kommentare dazu oder eben Diskussionen in persönlichen Unterhaltungen oder in Chats. Es war mehr oder weniger mein allgemeiner Unmut der mich zum letzten Absatz getrieben hat ;)

  3. Sag, was meinst du eigentlich konkret damit, dass „in Deutschland die Blogs nicht aus der Hüfte“ kommen??? Es gibt doch unüberschaubar viele Blogs, in den Rankinglisten (Schwanzvergleiche) kann man sehen, dass es auch etliche „Top-Blogs“ mit tausenden Besuchern gibt – was fehlt denn Deiner Ansicht nach????

  4. …eine deutsche Arianna Huffington fehlt beispielsweise :-) Überhaupt fehlen in Deutschland noch Blogger mit einer Mission – um es mal ganz schlimm pathetisch auszudrücken ;-)

  5. Hallo Frank!
    Gute Interviews hatten wir eigentlich bisher in Technikwürze zu Hauf. Und das meine Stimme nicht gerade angenehm ist, höre ich zum ersten Mal, aber das nehme ich mal so hin. Was können wir denn tun, um dich zu begeistern? Waren in den bisherigen 73 Folgen nichts für dich dabei?

  6. Hallo Dave,

    ich denke da hast Du was falsch gelesen. Das mit der Stimme und anderen Punkten war eher allgemein gefasst und hat sich nicht speziell auf Dich oder auf Technikwürze bezogen. Auch hab ich nicht alle 73 Folgen gehört sondern nur einige der letzten 10. Vielleicht war auch bei den nicht gehörten alles anders, aber das kann ich nicht beurteilen ;)

    Ich persönlich würde bei einem Podcast wie ihr ihn macht Fakten vor persönlichen Meinungen präferieren. Gerade im oben erwähnten Podcast hat das leider in meinen Augen gefehlt. Aber das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung – ihr habt ja sicher viele Hörer denen es so gefällt wie ihr es macht.

    In der Zwischenzeit wurde ich per Jabber auf CCZwei (http://www.cczwei.de/) aufmerksam gemacht und hab bei der letzten Runde da mal reingehört. Klingt durchaus interessant. Beim nächsten mal gibt’s den zweiten Versuch.

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