Seit geraumer Zeit setze ich beim Thema Instant Messaging (IM) primär auf Jabber und werde immer wieder schief angeschaut, wenn ich entsprechende abfallende Bemerkungen bzgl. anderen Messengern fallen lasse. Nicht selten höre ich dann Dinge wie “Aber xyz hat doch jeder”, “Was ist denn an Jabber so toll, hat das denn auch die tollen xyz Smilies”, “Was soll denn an ICQ/MSN/AIM/Yahoo IM schlecht sein? Ist doch kostenlos!”. Verständliche Fragen, denn es sind wohl die Fragen eines durschnittlichen Nutzers und oft vergisst man als “Geek”, dass für die breite Masse andere Faktoren wichtig sind als für einen selbst. Ich will daher versuchen zu erläutern was Jabber ist, wieso es sich für jeden lohnt einen Jabber-Account zu haben und warum Jabber besser ist.
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Das wichtigste zuerst: Jabber ist kein Netzwerk. Im Gegensatz zu ICQ, MSN, AIM und wie sie nicht alle heißen, hat Jabber keinen Betreiber, keine zentralen Server – die demnach auch nicht ausfallen können – und auch keinen kommerziellen Hintergrund. Jabber ist erstmal nichts anderes als ein Protokoll. Ein Protokoll ist die Basis eines IM-Netzwerkes die festlegt in welcher Form Nachrichten, Bilder, Sprache, usw. übertragen werden. Wer also z.B. ein Programm zum Chatten in einem IM-Netzwerk programmieren will, muss das Protokoll kennen. Andernfalls könnte er sich nicht mal anmelden. Im Falle von ICQ, MSN, AIM,… ist das jeweilige Protokoll nicht öffentlich verfügbar. Viele Implementierungen anderer Programme (Trillian, Miranda,…) basieren auf einem “Hack” um das jeweilige Netzwerk nutzen zu können. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn der jeweilige Netzbetreiber was am Protokoll ändert und die genannten Programme dann nicht mehr darauf zugreifen können bis ein entsprechendes Update verfügbar ist. Bei Trillian hat das in der Vergangenheit durchaus auch schon mal Monate gedauert bis ein Update zur Verfügung stand. Ich war zu meiner Windows-Zeit selbst intensiver Trillian-Pro-Nutzer.
Jabber hingegen ist ein offenes Protokoll. Genauer gesagt ist Jabber die Ansammlung mehrerer XML-basierter Protokolle. Nun gibt es mittlerweile zahlreiche Firmen und Organisationen, die sowohl OpenSource als auch ClosedSource-Anwendungen für Jabber geschrieben haben – sowohl Server als auch Clients – also “Chatprogramme” für den PC. Gerade im Bereich der Clients gibt es fast ausschließlich OpenSource-Lösungen. Einige Beispiele dafür sind Pidgin (ehemals Gaim), PSI und Spark. Spark ist dabei ein hervorragendes Beispiel wie Kommerz und OpenSource bei immer mehr Projekten verschmelzen. Der Herausgeber von Spark hat sich vor nicht allzu langer Zeit dazu entschlossen, seinen kommerziellen Jabber-Server Wildfire als Openfire in einer OpenSource-Version weiterzuentwickeln.
Aber zurück zur Funktionsweise von Jabber. Wenn Jabber kein Netzwerk ist und keinen Betreiber hat – wie funktioniert das dann? Schauen wir uns doch mal eine Jabber-Adresse an: irgendeinname@irgendeinedomain.org – “Das ist ja eine Email” – nein, ist es nicht. Sieht zwar aus wie eine, funktioniert auch ähnlich, ist aber keine. Diese Jabber-Adresse besagt, dass es auf dem Jabber-Server “irgendeinedomain.org” einen Benutzer “irgendeinname” gibt. Gebe ich nun diese Adresse in meinem Jabber-Client ein, meldet er sich an dem Server “irgendeinedomain.org” mit dem Benutzernamen “irgendeinname” und dem zusätzlich eingegebenen Passwort an. Füge ich nun einen neuen Kontakt/Buddy hinzu: nocheinname@nocheinedomain.org, versendet der Jabberserver an dem ich angemeldet bin eine Kontaktanfrage an “nocheinedomain.org” mit Verweis auf den Benutzer “nocheinname”. Es wird dadurch schon deutlich, dass jeder Jabber-Benutzer an einem anderen Server bzw. einem anderen Netzwerk angemeldet ist. Diese Server gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Einen kostenlosen Jabber-Account bekommt man unter anderem bei Google (Google Talk basiert auf Jabber) und jabber.org, aber auch an vielen anderen Stellen.
Auch die Anbindung an andere IM-Dienste ist über Jabber möglich. Das passiert allerdings im Gegensatz zu Trillian über den Server und ist somit vom Anbieter abhängig. Die meisten stehen nicht auf verschlossene Protokolle und bieten diese Dienste daher nicht an. Die Dienste nennen sich “Transport” und stellen sozusagen eine “Brücke” zwischen dem Jabber-Server und dem jeweiligen Netzwerk dar. Auch einige webbasierte IM-Dienste wie Mabber und Meebo setzen auf Jabber und nutzen die genannten Transports für die Anbindung an andere Netze.
Seit einiger Zeit habe ich nun einen eigenen Jabber-Server laufen um die Möglichkeiten genauer zu erkunden. Diejenigen unter euch, die über einen Jabber-Account verfügen können mich über helmi@blogim.de erreichen. Der genutzte Client ist übrigens PSI, den ich sowohl unter Linux als auch unter Windows nutzen kann (gibt’s auch für die Obst’ler -> MacOSX). Auch ich nutze dort Transports für die entsprechenden Netze um die hartnäckigen ICQ’ler noch erreichen zu können.
Mittlerweile gibt es auch einige Ansätze für die Sprachübertragung mit Jabber. Google ist hier mit Google Talk Vorreiter und hat auch das ebenfalls offene Jingle-Signaling und Jingle-Audio Protokoll geschaffen und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Online-Telefonate sind mit Google Talk aktuell bereits in mindestens gleich guter Qualität wie Skype möglich. Weitere Programme die Jingle nutzen und damit kostenlose Online-Telefonie ermöglichen stehen bereits in den Startlöchern, sind jedoch noch nicht ganz soweit. Unter anderem bastelt man bei den Entwickler-Teams von PSI und Pidgin an der Integration von Voice-over-IP.
DAS Hauptargument für Jabber und gegen die anderen Netzwerke sind aber sicherlich die AGBs der Netze die man damit nicht akzeptieren muss. Einen schönen Überblick über die genannten AGBs und andere Gründe für Jabber gibt’s hier.
Natürlich ist das Argument “meine Freunde sind alle bei XYZ” ein wichtiges, wenn man aber bedenkt, dass ein Jabber-Account nichts kostet, die Software ebenfalls nicht (zum Teil wird Jabber auch von Trillian und Miranda unterstützt, leider aber nicht vollständig) und der Parallelbetrieb jederzeit möglich ist, dann spricht eigentlich nichts dagegen mit dem Weg in die richtige Richtung noch heute anzufangen oder?
Hab’ ich was vergessen oder Mist erzählt? Feedback jederzeit willkommen. Wer noch Fragen zu Jabber hat oder keinen passenden Jabber-Server zum anmelden findet darf sich jederzeit gerne melden. Ich helfen gerne.
[...] – Blog » Warum eigentlich Jabber? » Frank Helmschrott Jabber, auch mein Favorit, wird hier von Frank vorgestellt und erläutert. (tags: Ubuntu [...]
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“Das ist ja eine Email” – nein, ist es nicht…
Warum Jabber? Frank Helmschrott geht dieser Frage in seinem Blog auf den Grund. Und das garnicht mal so schlecht. Einziger Kritikpunkt: Obwohl er angibt, die Erklärung sei vor allem an technisch nicht so versierte User mit anderen Prioritäten gericht…
Jabber…
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Jabber rockt…
Ich spiele gerade ein wenig mit Jabber rum. Jabber ist die Bezeichnung für einen standardisiertes Instant Messaging. Instant Messaging, dass ist ICQ, MSN, Yahoo, AIM, GoogleTalk, Skype und eben auch Jabber (hier gab es mal eine Umfrage über die Nut…
[...] Messaging: Google-Talk als Onlineanwendung oder für die Unverbesserlichen: [...]
[...] einrichtet und Jabber nutzt. Falls jemand Jabber noch nicht kennt kann ich die Wikipedia und diesen Artikel empfehlen zum [...]
[...] Quelle: http://blog.helmschrott.de/software/warum-eigentlich-jabber [...]
[...] das jabber-Protokoll, welches dann unabhängig z.B. vom ICQ-Server läuft (siehe dazu auch hier [...]
[...] paar Gedanken zu jabber hat Herr Helmschrott [...]
[...] wissen will,was an Jabber nun so toll sein soll, dem kann ich nur diesen Artikel Im Blog von Frank Helmschrott empfehlen, in dem die Vorteile von Jabber besser beschrieben werden, [...]
[...] ’bout 12 15 Jabber Von deeno9Kommentar hinzufügenHow 2′s, Mini-Wiki Tags: ICQ | Internet | Tut Jabber? war das nich der Böse in Star-Wars? Nein. Jabber ist ein IM, ähnlich wie ICQ. Ich hab doch ICQ, warum soll ich Jabber nehmen? Ganz einfach, habt ihr euch mal die AGB’s von ICQ durchgelesen? Es wird alles gespeichert, was für IRGENDJEMANDEN interessant sein könnte, und ggf. verkauft, wo bitte bleibt da die Privatsphäre? Es geht niemanden was an, was ich über Susann denke, und wann ich meinen zukünftigen Amoklauf plane (Sorry, ich konnts mir nicht verkneifen). Auserdem ist ICQ im Gegensatz zu Jabber kein Open-Source, es wird also nur bessser, wenn ICQ was daran verbessern will, Jabber wird immer verbessert, sobald jemandem was einfällt, was man besser machen könnte, jeder kann sich einbringen. Auserdem läuft Jabber nicht über einen zentralen Server, praktisch jeder kann seinen eigenen Server starten, das senden von Nachrichten ist nicht auf den Server begrenzt, sondern funktionier serverübergreifend. Damit sind die Server sehr viel stabiler, da die Auslastung verteilt ist. Auserdem ist es nervig, wenn man sich von zu Hause aus im ICQ anmeldet, und dann nochmal vom Laptop aus rein will, dann wird man einmal rausgeschmissen. Das passiert mit jabber nicht, hier gibt es sogenannte Ressourcen, jeder “Arbeitsplatz” bekommt ienen anderen Namen, wie z.b. “Home”, “Schule”, “Laptop” etc. alle haben die gleiche Kontakliste, und angeschrieben werden sie per < jabberid >/< ressource >. In meinem Fall ist das deeno9@gmx.de/Home. GMX? Ja, JEDER der sich bei GMX, Web.de, 1&1 oder GMail eine E-Mail-Adresse holt, hat automatisch einen Jabber-Acc. Bentuzername ist das vor dem “@”, Server ist, was nach dem “@” folgt, und Passwort ist euer Passwort, schon könnt ihr euch einloggen . Falls ihr bei keinem dieser Anbieter eine Mail-Addy habt, ist das auch nicht weiter schlimm. Ihr könnt euch einfach einen neuen Acc bei einem Server erstellen, bei den meisten Clients erfordert es einfach ein Eintragen des gewünschten Passwortes, Nicks, und Servers, genau wie beim Log-In. Aber all meine Buddys sind bei MSN und ICQ, die will ich behalten! Das ist kein Problem, zum einene unterstützen die meisten Clients wie Pidgin oder Miranda unterstützen sowohl mehrere Protokolle, als auch ein Transport damit kenn man über Jabber auf andere Protokolle zugreifen. Warum ich Jabber verwende? Ganz einfach, es ist open source, und es liest nicht mit . Unter Jabber gibt es auch Verschlüsslungsmöglichkeiten. Hier noch Vor-/Nachteile von ICQ/Jabber und ein weiterführender Artikel [...]
[...] festgestellt und noch einige Details beschrieben. Auch Frank Helmschrott hat sich schon länger (unter anderem in diesem Beitrag) mit dem Thema befasst und ein interessantes Special zum Thema Jabber [...]