Public access WLAN – Internet mit anderen teilen?

public-wlan-mini.pngWir wohnen bisher im vierten Stock in einem Haus, das voll von WLans ist. Vor unserem Haus führt eine Bundesstraße vorbei, die zwar viel Krach macht, aber wenig Laufpublikum anzieht. Insofern war es bisher nie ein Thema für uns einen Teil des Internetzugangs als offenes WLAN der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Wir sicher die meisten mitbekommen haben, stecken wir aber gerade Mitten im Umzug und wenn das ganze beendet ist werden wir im Erdgeschoss wohnen. Das neue Haus steht dann an der Hauptstraße, am Rande einer Kleinstadt. Dort wäre die Sache dann schon mal deutlich sinnvoller.Nun stellt sich mir aber die Frage ob und wie es grundsätzlich überhaupt möglich und sinnig ist der Öffentlichkeit Zugriff auf den eigenen Internetanschluss zu geben. Wo sind die Stolperfallen bzw. unlösbaren Probleme?

Ein paar kritische Punkte fallen mir aktuell ein:

1. rechtliche Probleme: Jeder der Zugriff auf egal welchen Teil meines Internetzugangs bekommt, surft/telnettet/ssh’d mit unserer IP und damit in unserem Namen.

2. Lassen es die AGBs des Providers (in diesem Fall T-Com) überhaupt zu? Müsste geprüft werden – habe ich bisher nicht.

3. Wie sehen die technischen Möglichkeiten aus, nur eine bestimmte Bandbreite zur Verfügung zu stellen (vermutlich das kleinste Problem)?

Nur um eines klarzustellen: Die Sicherheitsprobleme sind mir durchaus bekannt. Wir sprechen von einem dedizierten WLAN, dass komplett abgeschottet vom private WLAN/LAN laufen würde.

Fon ist meines Wissens nur eine technische Lösung, das rechtliche Problem ändert das aber meines Wissens nicht, oder? Ansonsten wäre das evtl. ein brauchbarer technischer Ansatz, wenngleich mir „völlig offen“ lieber wäre.

Warum ich das alles überhaupt machen will? Ich finde es wichtig, dass möglichst viele Menschen möglichst und mit möglichst wenigen Hürden Zugang zum Internet haben sollten. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, will ich das tun. Aber erstmal müssen dafür natürlich die obigen Fragen geklärt werden.

Ich freue mich auf hoffentlich viele Erfahrungsberichte, Links und Tipps zu diesem Thema. Wenn ich etwas schlauer bin, werde ich das in einem weiteren Beitrag zusammenfassen.

Nachtrag: Natürlich ändern FON oder auch Sofanet die rechtliche Problematik, dadurch, dass sich nur registrierte (und identifizierte?) Nutzer anmelden können. Mit frei und offen hat das dann natürlich wieder nur teilweise zu tun. Ich muss mir die Konzepte wohl nochmal genauer anschauen.

12 Gedanken zu „Public access WLAN – Internet mit anderen teilen?“

  1. Hi

    afaik weder mit der Telekom machbar, noch zu empfehlen.
    Bzgl offenem Wlan an sich kommt auch der Punkt der Haftbarkeit hinzu. Zieht sich also Person X über deine Leitung die neuste CD von Y bist im Kern du schuld da du den Zugang ohne Hürden anbietest.

    bin kein anwalt – beziehe mich eher auf einzelberichte die ich in Erinnerung habe.

  2. Hi Frank!

    Also ich kann dir da leider nicht wirklich helfen, aber mich interessiert das irrsinnig und ich freu mich schon auf deinen Bericht!
    Soweit ich weiss wäre es wie fidel schon gesagt hat, gut einen Hotspot oder sowas in der Art mit Zeitbegrenzung anzubieten!

  3. Wir haben an unserer Hochschule so ein Externes Netzwerk. Eine Zeitlang ging es ziemlich gut. Es kamen immer mehr Access points hinzu, bis zu einer 2/3 Stadtabdeckung. Irgendwann gings dann los, die „Sauger“ kamen – Reaktionszeiten von bis zu 2s… das versuchte man durch Trafficbegrenzung einzuschränken. Dies funktionierte dann ein Weile – die Nutzerschar stieg, aber in Kombination mit den Saugern war dann jedoch irgendwann mal Schluss.
    Machst du irgendetwas öffentlich wird es zu einem gewissen Prozentsatz missbraucht. Bin wieder zur Internen Lösung mit Login zurückgekehrt, war zwar schwieriger eine Verbindung zu bekommen funzt dafür aber um längen besser.

  4. Kann fon nicht gerade auch in rechtlichen Belangen weiterhelfen? Ich nutze es zwar selbst (noch) nicht und bin auch kein Jurist. Aber gerade dadurch, dass sich bei fon jeder Benutzer eindeutig identifizieren lässt, sollte sich doch ein allfälliger „Straftäter“, der sich bei einem ins Internet einloggt, ausfindig machen lassen können…

    „Ganz offen“ halte ich insbesondere aus rechtlicher Sicht jedoch für fahrlässig.

  5. Danke für Euer Feedback.

    @fidel: Klar Haftbarkeit – das ist ja das was ich bzgl. rechtlichen Problemen gemeint habe. Ob das mit der Telekom vertraglich machbar ist gilt es noch zu prüfen.

    @Patrick: Klar, komplett offen + unbegrenzt wird nicht funktionieren.

    @Christoph: siehe meine Ergänzung im Artikel von heute morgen. Fon ist vermutlich ein möglicher Ansatz, ist jedoch nicht das was ich unter „frei“ verstehe. Zudem muss ich als jemand der zur Verfügung stellt auch noch die subventionierte Hardware zahlen – wenngleich die nicht teuer ist.

    Das Prinzip von Fon ist schon nicht verkehrt. Die Verbreitung ist auch schon ganz gut, leider ist es halt propietär und wenn Fon morgen an Microsoft verkauft wird und die Windows voraussetzen ist das ganze Netz für die Katz – übertrieben, ich weiss, aber ich glaub es wird klar worauf ich raus will.

    Ich träume da vermutlich aber sowas wie Fon mit Identifizierung der Mitglieder (rechtliche Greifbarkeit) auf Basis eines offenen Protokolls zusammen mit einer offenen Authentifzierungslösung (z.B. integrierbar in dd-wrt routersoftware) wäre ne feine Sache. Fraglich ist auch wie es wirklich ablaufen würde, wenn ein FON-Member mit über meinen Fon-Router geklautes aus dem Netz saugt und der Staatsanwalt bei mir klopft. Vermutlich bin ich aufgrund der IP erstmal selbst dran und kann dann drauf hoffen, dass die in Spanien ansässige Betreiberin von FON mich unterstützt!?

    Dann isses mit der Rechtssicherheit nämlich auch schnell dahin…

  6. Frei und offen so wie du es offensichtlich verstehst, bedeutet halt auch das du die Verantwortung hast. Du kannst dein Auto einem Car-Sharer zur Verfügung stellen. Oder du kannst dein Auto an der Straßenecke mit dem Schlüssel im Zündschloss parken. Ich denke du kannst dir ausmalen was passiert wenn jemand im zweiten Fall mit deinem Auto einen Unfall baut.

    Eine Möglichkeit wäre natürlich den gesamten Traffic des öffentlichen Teils über einen Anonym-Proxy zu leiten. Wenn nun jemand z.B. einen unrechtmäßigen Kommentar verfasst, wäre nur die IP des Anonym-Proxy sichtbar. Hier wäre aber die Frage ob die Performance des Anonym-Proxy mitspielt, in der Regel sind sie recht langsam. Wobei dies dann ggf. auch die Sauger (s.o.) abhalten könnte.

  7. Ich hoffte eigentlich, dass aus meinem letzten Kommentar hervorgeht was ich unter frei und offen verstehe. Das FON-Konzept ist wie gesagt schon nicht ohne, es ist eben nur abhängig von einem einzelnen Unternehmen.

    Im Endeffekt braucht es:

    • einen Reg/Auth-Service mit Identitätsprüfung (z.B. durch Zahlung eines Einmal-Beitrags) auf Basis eines offenen Protokolls
    • die Integration dieses Service in die Software der Routerhersteller bzw. in Alternativsysteme wie dd-wrt

    Sicher ist das noch nicht alles was nötig ist, aber das sollte veranschaulichen was ich mit offen und frei meine. Ein komplett offenes WLAN wird in der Tat nicht funktionieren.

    EDIT: gerade was aus dem Hinterkopf geholt, was ich schon mal entdeckt hatte. Auf den ersten Blick kommt das dem was ich mir denke recht nahe – mal genauer anschauen: Freifunk doch nicht :-(

  8. Ich bin auf jeden Fall auch ein Fan von offenen Technologien. Nur kenne ich leider keine einzige solche Technologie (jedenfalls fällt mir keine solche ein), bei welcher sich Benutzer zuverlässig und eindeutig identifizieren lassen. Dazu ist eine professionelle Verwaltung nötig. Und die kostet eben Geld…

  9. Dagegen spricht ja nicht primär was. Ich vergleiche das mal mit SSL-Zertifikaten. Da geht’s ja auch – ein offener Standard und dahinter stehen professionelle Unternehmen die sich um die Identifizierung und die Ausstellung der Zertifikate kümmern. Evtl. wären diese Zertifikate sogar ein Schlüssel zum Ziel.

    IMHO bräuchte es dafür „nur“ eine zentrale Stelle, die die richtlinien für die Vergabe regelt und evtl. entsprechende Lizenzen vergibt.

  10. Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Man gibt zu Hause ein bisschen Bandbreite ab und bekommt dafür unterwegs von anderen etwas Bandbreite. Aber wenn es anonym abläuft sind die Möglichkeiten das alles für kriminelle Machenschaften auszunutzen viel zu groß. Und bei den rechtlichen Gegebenheiten in Deutschland kann man das sowieso nicht machen. Wurde da nicht erst vor kurzem ein Rentner von einem Rapper verklagt weil über das offene W-Lan das Renters Mp33 runtergeladen wurden?

  11. Und du meinst wirklich das es überhaupt eine Nachfrage nach diesem offenen WLAN bei dir existiert? Wenn du nicht gerade in einer Großstadt nähe Innenstadt lebst, kommt mir das ganze so vor, als würde der Aufwand überhaupt nicht lohnen.

    Alleine die Rechtslage würde mich schon abschrecken, soetwas durchzuführen.

    Wie signalisiert du beispielsweise jemanden, das dein WLAN für jeden nutzbar ist? Stellst du ein Schild auf? Zitat wikipedia:

    „Das Nutzen eines offenen, privaten WLANs kann als unerlaubtes Abhören einer Funkanlage gewertet werden, was nach TKG §89 verboten ist.“

    Technisch ist das ganze kein Problem, geht man aber von finsteren Gesellen aus, die dein WLAN nutzen können, sieht es aus meiner Sicht sehr kritisch aus.

    Wirklich alternative ist aus meiner Sicht FON, aber damit kannst du dich ja nicht richtig identifizieren.

    P.S. Das mit den Zertifikaten kann ganz schön teuer werden …

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