Knapper Kader, knappe Tore, deutliche Niederlage

29. August 2010   View Comments

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich darüber bloggen soll oder nicht, hab mich nun letztlich aber doch dazu entschlossen. Am Freitag gab’s also die erste Niederlage der Saison im zweiten Spiel – gegen den Aufsteiger aus Kaiserslautern. Eine Situation die dem Desaster von Mainz im letzten Jahr ein klein wenig ähnlich ist, aber nur ein klein wenig. Damals war es das dritte Spiel der Saison aber auch das vor dem Ende der Transferperiode. Als Ergebnis dieses Desasters gab es damals Arjen Robben und wir wissen alle wie sich die Saison danach entwickelt hat.

Der große Unterschied in diesem Jahr ist die Tatsache, dass das System van Gaal schon längst etabliert ist, die Vorbereitung in der zeitlich Ausdehnung zwar nicht gerade komfortabel war, aber man merkt der Mannschaft doch an, dass sie grundsätzlich funktioniert. Auch hat man natürlich gemerkt, dass noch nicht alles rund läuft. Das wurde nicht zuletzt im Pokal gegen Germania Windeck klar oder auch zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg.

Bei der Niederlage am Freitag war das hingegen gar nicht so klar. Vielmehr wurden andere Dinge noch deutlicher, die auch bereits in den vorangegangenen Spielen sichtbar waren und im Rückblick auch ein Stück weit für die letzte Saison gelten. Was den Bayern seit geraumer Zeit fehlt ist die Torgefahr. Anders formuliert: Ohne Arjen Robben sinkt die Torgefahr um mind. 50%. Betrachtet man den oft so als “gut ausgestattet” bejubelten Sturm, will das auch nicht so recht verwundern. Klose trifft zwar in der Nationaelf, bei den Bayern jedoch schon lange nicht mehr so richtig. Das gleiche gilt für Gomez der zudem durch seine negativ erscheinende Körperhaltung, Unsicherheit am Ball und andere Widrigkeiten glänzt. Inwiefern das bei beiden auch ein Stück weit am System FC Bayern liegt, das unter van Gaal und nicht zuletzt durch den Einkauf von Arjen Robben doch sehr stark verändert wurde, ist unklar, wäre aber zumindest möglich. Im Ergebnis bleibt aber nur zu erkennen, dass es mit beiden nicht so richtig funktionieren will beim FCB. Der dritte im Bunde ist Ivica Olic. Ein wahnsinnig sympathischer und ehrlicher Spieler. Ein Kämpfer vor dem Herren – die 1-Mann-Büffelherde des FCB. Ein richtig wertvoller Spieler der im Strafraum für ordentlich Unruhe sorgen kann – wer er seinen guten Tag hat. Das kann er natürlich auch nur dann wenn er dort eingesetzt wird. Warum ihn van Gaal immer wieder zurückgezogen hinter der Spitze einsetzt ist mir völlig unklar. Er ist in meinen Augen weder links noch rechts geschweige den in der Mitte der 3er-Offensivreihe hinter der Spitze brauchbar sondern nur als einzige Spitze im 4-2-3-1 oder als zweite Spitze neben einer weiteren. Am Freitag gegen Lautern wurde das einmal mehr deutlich. Ivica kann Kämpfen und Knipsen, aber er kann eines nicht: mit dem Ball spielen. In jeder Zweikampfsituation merkt man ihm von der ersten Sekunde an, dass er keinen Plan hat wo er mit dem Ball hin möchte; der Ausgang der Situation ist damit alleine dem Zufall überlassen. Selbst ohne Gegner ist der mit der Ballkontrolle oft überfordert. Aber: Ich finde das ist auch in Ordnung – wenn er richtig eingesetzt wird.

Am Freitag hat Louis der Erste also auf Toni Kroos verzichtet und hat stattdessen Olic mit Müller irgendwo zwischen Zentrale und rechts außen zum Einsatz gebracht – das Ergebnis war mehr als deutlich: fehlende Kreativität, viele unnötige Ballverluste und aus den wenigen Möglichkeiten ist nichts geworden, weil die Einzige Sturmspitze Klose sich allzu oft irgendwo anders aufhält als er eigentlich soll – meist zurückgezogen/gefallen außerhalb des Sechzehners. Auch wenn das Ergebnis nicht besser war wurde zum Ende der zweiten Halbzeit nach der Einwechslung von Toni Kroos mehr als deutlich, dass es sinnvoller gewesen wäre von Anfang an so spielen zu lassen. Olic ist in der Dreierkette hinter der Spitze maximal eine Notlösung – Toni Kroos ist jetzt schon ein sehr guter Spielmacher, der sich sicher noch entwickeln muß, aber er ist auf dieser Position das beste was wir haben.

Was uns eindeutig fehlt ist eine erstklassige Sturmspitze. Klar war Gomez teuer und er ist auch sicher irgendwo ein guter – beim FC Bayern im Systen FC Bayern ist er es leider nicht. Miro Klose ist sicher auch kein schlechter aber auch er beweist seit längerer Zeit, dass die Zeiten seiner Kaltschnäuzigkeit vorbei sind.

Und das beste ist: Das ist keine Sache, die erst in Kaiserslautern klar wurde. Auch gegen Wolfsburg blieb das wichtige zweite Tor in der ersten Halbzeit aus, obwohl man das Spiel mehr als deutlich im Griff hatte. Prompt hat man sich in Hälfte zwei das Spiel aus der Hand nehmen lassen und unterm Strich wärs beinahe in die Hose gegangen. Im Pokal gegen Germania Windeck konnte man das Ergebnis auch erst dann deutlich gestalten als der Gegner (wohlgemerkt ein unterklassiger Dorfverein – bei allem Respekt) bereits körperlich am Boden war.

Nach einer erfolgreichen Saison mit Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Finalteilnahme könnte man von einem Verein mit hohen Zielen eigentlich erwarten, dass früh im Sommer mit gezielten Transfers die Schwachpunkte in der Mannschaft verstärkt und Spieler die sich ggf. als unpassend erwiesen haben verkauft werden. Das alles ist beim FC Bayern in diesem Jahr nicht passiert. Während die Aussagen von Nerlinger & Co. am Ende der letzten Saison noch solche Transfers andeuteten (sinngemäß: “Wir werden uns nur punktuell Verstärken um Schwachstellen auszugleichen, große Transfers sind nicht zu erwarten”), erübrigte sich das im Verlauf der Sommerpause. Ungeachtet der Tatsache, dass durch die hohe Zahl der Nationalspieler eine überdurchschnittlich belastete und wenig vorbereitete Mannschaft zum Saisonbeginn in die Liga starten wird gab es keinen einzigen eingehenden Transfer (abgehend Lell und Rensing – sonst wer?). Einzig Rückkehrer aus Ausleihgeschäften gab es: Toni Kroos (Leverkusen, war bei der WM dabei – kurze Vorbereitung) , Edson Braafheid (Glasgow, WM für die Niederlande) und Breno (1. FCN, Kreuzbandriss, frühestens zur Rückrunde voll einsatzbereit).

Als weiterer Abgang steht evtl. noch Martin Demichellis ins Haus, der – vielleicht zu Recht – nicht mehr zum Stammteam von Luis van Gaal gehört. Er ist zweifelsohne ein hochklassiger IV, bleibt jedoch selten ohne große Patzer die teilweise nicht zu verzeihen sind. Sein Kollege Daniel van Buyten ist ihm da leider nicht ganz unähnlich, wenngleich die Auswüchse nicht ganz so extrem sind bei ihm. Neben dem verletzten und bisher beim FCB nicht sonderlich glänzenden Breno ist da noch Holger Badstuber, der zweifelsohne eine hervorragende Entwicklung nimmt, aber halt auch erst 20 Jahre alt ist und entsprechend oft zeigt, dass man in diesem Alter Fehler macht und machen muß.

Die beiden Außenverteidiger kommen aus den eigenen Reihen. Philipp Lahm – seit Jahren gesetzt evtl. nicht immer in Topform aber unterm Strich eine wichtige Konstante – nicht diskutabel. Auf der anderen Seite Diego Armando Contento. Auch erst 20, ein großes Talent aber eben auch nicht frei und Fehlern und manchmal einfach mit einem schlechten Tag. Beide sicher tauglich, aber ersatzlos. Eine Verletzung von Philipp Lahm würde Hamit Altintop auf den Plan rufen müssen. Er ist die einzige Alternativ als rechter Außenverteidiger im Stammkader der Profimannschaft. Weitere Alternativen kommen aus der zweiten Mannschaft ohne jegliche Profierfahrung. Sicherlich sind darunter große Talente nur ob das jetzt mit jedem Nachwuchsspieler so gut funktioniert wie mit Müller und Badstuber darf hinreichend bezweifelt werden. Das wird ein Stück weit auch schon bei Contento und Alaba deutlich. Während Contento sich noch halbwegs gut macht hatte Alaba bei seinen wenigen Einsätzen auch schon größere Patzer – man erinnere sich nur an das Spiel in Frankfurt im letzten Jahr.

Wie geht’s also in Zukunft weiter beim FC Bayern? Vorrangiger Einsatz von Jugendspielern und keine großen Ausgaben am Trasnfermarkt? Sicher eine begrüßenswerte Einstellung die vor allem so manchem Anti-Bayern-Kameraden einiges an Wind aus den Segeln nehmen dürfte. In der Wirklichkeit aber auf Dauer sicher nicht durchsetzbar. Auch bei einer verstärkten Jugendarbeit wird man nicht umher kommen sich weiter punktuell mit Weltklasse zu verstärken. In der Sturmspitze und mit einem flexiblen AV (rechts/links) wäre evtl. ein guter Anfang zu machen.

…zumindest wenn man beide nationalen und noch den internationalen Titel im Auge behalten will.

Noch sind 2 Tage Zeit.

P.S.: Das ist der erste Blogbeitrag den ich auf dem iPad geschrieben habe. Rechtschreibfehler dürft ihr behalten, holprige Formulierungen ebenfalls – ich les’ den jetzt nicht nochmal durch ;-)

Saisonauftakt: FC Bayern München gg. VfL Wolfsburg

18. August 2010   View Comments

yoshito_okubo-jose_ernesto_sosa.jpgAm kommenden Freitag – also Übermorgen – ist endlich wieder Bundesliga. Nachdem es am Montag für den FCB mit dem ersten Pflichtspiel im Rahmen des DFB-Pokals zum ersten mal wieder ernst wurde, beginnt am Freitag endlich wieder der Regelbetrieb. So eine Sommerpause ist schon nix schönes – auch wenn sie aufgrund der WM verhältnismäßig kurz war – zu kurz, wenn es nach King Louis geht, dem mit seiner Mannschaft wenig Zeit für die Vorbereitung blieb.

Am Freitag geht’s also endlich los. Im Auftaktspiel müssen meine Bayern gegen die VW Werkself mit dem englischen Trainer ran und man darf gespannt sein inwiefern sich die Leistungen aus Vorbereitung und Pokal auf die Bundesliga übertragen lassen. Demnach müsste es ein klarer Sieg werden. Zwar war war die bayrische Leistung im Pokal überschaubar, doch war sie auf keinem Fall so desolat wie die der Wolfsburger, findet auch André Zechbauer. (weiterlesen…)

Die Kadergröße des FC Bayern München

2. August 2010   View Comments

Luis van Gaal hat bereits bei seinem Amtsantritt in München im letzten Jahr klar gemacht, dass er kein Fan eines großen Kaders ist. Er hält einen 23 Spieler großen Kader für genau richtig. Daran hält er auch für die neue Saison fest, auch wenn sich in der vergangenen schon gezeigt hat, dass das Polster zeitweise sehr dünn wurde und auch wenn quasi dauerhaft Ausnahmesituation herrscht.

Durch die Weltmeisterschaft und den dadurch nach hinten verlegeten Urlaub der WM-Akteure stoßen selbige erst heute zum Training der Mannschaft. Gleichzeitig gibt es jedoch bereits die ersten Pflichttermine. Das Werbeturnier vom vergangenen Wochenende zählt sicher nicht zu den wichtigsten, beim Ligapokal in der nächsten Woche sieht das schon ein wenig anders aus. Neben dem Franz-Beckenbauer-Abschiedsspiel folgt dann bereits in 2 Wochen das erste Pflichtspiel im DfB-Pokal und kurz darauf das erste Bundesligawochenende. Der August ist bereits vollgestopft mit Terminen – ein überflüssiges Länderfreundschaftsspiel bringt hier das Faß zum überlaufen.

Die Stimmung von LvG ist Aufgrund dieser Terminenge am köcheln, zumal sich nun offenbar auch noch Daniel van Buyten bei seiner Ausfhilsaktion in der zweiten Mannschaft eine Bänderverletzung zugezogen hat und evtl. mehrere Wochen ausfällt. Aber ist dieser Aufregung wirklich berechtigt oder vielleicht doch ein Stück weit hausgemacht?

Wer trotz bekanntermaßen vollgestopfter und knapper Saisonvorbereitung und der bei Verein und Fans erhofften langen Doppel- und Dreifachbelastung durch Pokal und Champions League den Kader knapp halten will, muß mit Rückschlägen dieser Art wohl einfach leben. Natürlich lässt sich darüber streiten ob die Ansetzung eines Länderfreundschaftsspiels in der sehr frühen Phase der Saison bzw. noch kurz vor Beginn so sinnvoll ist, allerdings ist das Länderspiel ja maximal ein kleiner Teil des Problems.

Sollten sich die Bayern am Transfermarkt weiterhin so ruhig verhalten wie bisher und auf Neuzugänge (abgesehen von den Leihgeschäftsrückkehrern) verzichten, dann stößt das bei mir auf wenig Verständnis. Gerade in der Defensive war die Situation schon 09/10 nicht sonderlich rosig und ohne Verstärkung wird sich das auch in diesem Jahr nicht ändern. Nicht zuletzt wurde im letzten Jahr mehrfach klar, dass wir mit Demichellis und van Buyten zwar “ganz gut” besetzt sind, zur absoluten Spitze aber doch noch viel Platz ist.

Man darf gespannt sein wie sich das bis zum Ende des Transferfensters noch entwickelt und darauf hoffen, dass man in München nicht wieder erst dann aktiv wird, wenn ein Desaster droht.

Derbytime in Schottland: The Old Firm (Glasgow Rangers vs. Celtic Glasgow)

25. Februar 2010   View Comments

old firm derby celtic rangers glasgow.jpgAm morgigen Freitag wird in Deutschland das Derby-Wochenende eingeleitet. Zuerst treffen der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund aufeinander. Am Samstag folgen dann Köln und Leverkusen und am Sonntag schließlich treffen im letzten Spiel des Spieltags im Nord-Süd-Derby der FC Bayern München und der Hamburger SV aufeinander.

Ein wirklich heißes Derby findet jedoch an diesem Wochenende nicht in Deutschland statt sondern einige Kilometer weiter nordwestlich. In der schottischen Hauptstadt Glasgow treffen beim Klassiker Namens “The Old Firm” Celtic und die Rangers aufeinander. Und weil Marcus Kremers und André Zechbauer schon alles rund um den Derbyklassiker so wunderbar detailliert aufgeschrieben haben, will ich gar keine Zeit verlieren, sondern einfach nur auf ihren Artikel verweisen.

Bild via Flickr unter CC.

Das Prinzip Uli Hoeneß – ein Leben für den FC Bayern (Christoph Bausenwein)

23. Februar 2010   View Comments

Das Prinzip Uli Hoeneß - Ein Leben fuer den FC Bayern.jpgUli Hoeneß zählt zweifelsohne zu den streitbarsten Personen im deutschen Fußball. Und das nicht erst seit dem er den FC Bayern als Manager und zuletzt als Präsident mit Leib und Seele vertritt und verteidigt. Auch schon als Spieler sorgte Hoeneß immer wieder für aufsehen. Er versteht es seit jeher zu polarisieren wie kaum ein anderer. Dass er dabei hier und da auch über die Stränge geschlagen hat kann er wohl nicht abstreiten.

Uli Hoeneß ist aber nicht nur eine umstrittene sondern auch gleichermaßen auch eine der erfolgreichsten Personen im deutschen Fußball. Als Spieler vielfacher Landesmeister, Pokalsieger und Europapokalgewinner sowie 1974 als Krönung entscheidender Teil des Weltmeisterteams, kann Uli Hoeneß auf eine erfolgreiche aktive Karriere als Sportler zurückgreifen. Den noch größeren Erfolg kann er sich aber als Manager und mittlerweile Präsident des FC Bayern München auf die Fahnen schreiben. Als er den Managerposten beim Münchner Fußballclub 1978 antrat war es nicht gut um den Verein bestellt. Doch Uli Hoeneß sorgte binnen weniger Jahre für sportlichen und finanziellen Erfolg und führte den “FC Hollywood” zudem er den Verein zwischenzeitlich auch gemacht hatte zu internationaler Anerkennung und großen sportlichen Erfolgen. Zwar konnte er sein großes Ziel, den FC Bayern München zu der Nummer 1 im europäischen Fußball zu machen nicht erreichen, allerdings ist hinlänglich bekannt, dass der FC Bayern zum einen oben mitspielt und zum anderen wirtschaftlich auf stabileren Beinen steht als so manch anderer Topklub in Europa.

Christoph Bausenwein beschreibt in seiner Biografie “Das Prinzip Uli Hoeneß – ein Leben für den FC Bayern” die gesamte sportliche Karriere des gebürtigen Ulmers und weiß durch das komplette Buch nicht nur zu informieren sondern auch vorzüglich zu unterhalten. Vom Straßenfußballer aus dem Schwabenland über den Vertragsprofi bis hin zum Manager und Wurstfabrikanten Hoeneß ist alles dabei. Zwar steht der FC Bayern München durch die beinahe Lebenslängliche Verpflichtung von Hoeneß gegenüber dem Verein natürlich im Mittelpunkt. Dennoch sollte das Buch auch für Nicht-Bayern-Fans von interesse sein, kann man von einem Erfolgsmenschen Hoeneß doch schließlich immer etwas lernen.

Das Buch ist im Verlag “Die Werkstatt” erschienen und für 28€ u.a. bei Amazon erhältlich.

Spieltag 23/2010: Und die anderen so?

22. Februar 2010   View Comments

Wie im letzten Beitrag schon erwähnt ist der 23. Spieltag alles andere als unglücklich für die Bayern gelaufen. Die eigene Unfähigkeit das Derby im Frankenland zu gewinnen wurde durch die Niederlagen von Schalke in Wolfsburg und das Remis der Spitzenreiter aus Leverkusen in Bremen wieder wett gemacht.

Jens Peters analysiert das Spiel seiner Werkself ausführlich und beschreibt damit ziemlich genau die Leverkusener die ich gestern gesehen habe. Erschreckend aus Münchener Sicht: Auch eine mäßige Leistung der Heynckestruppe reicht aus um in Bremen ein Unentschieden zu holen – das hat Meister-Format. Um ein Haar hätte es in Bremen sogar einen erneuten Sieg für die Rheinländer gegeben, hätte nicht Per Mertesacker die Jungs von der Weser und uns mit einem gezielten Kopfball erlöst.

Auch für Felix Magaths Fußballclub aus Gelsenkirchen roch es 70 Minuten lang noch einem klaren, wenn auch nicht hohen 1:0-Sieg. Wolfsburg mimte bis dahin zwar den schweren Gegner, konnte jedoch die eigene Stärke nicht in Tore verwandeln. Zum Ende des Spiels wollte dann aber doch Graffite zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist und verpasste dem Spiel eine kurze, aber für Königsblau doch schmerzliche Wendung durch seinen Doppelschlag zum 2:1-Endstand für die Wölfe. Torsten Weiland resümiert auf dem Königsblog und beklagt wie auch der Schalkefan das Fehlen vom Abwehrgott Rafinha.

Ebenfalls wenig zu lachen hatten die Fans des HSV am Samstag. Zu Hause gegen die Eintracht reichte es nur für ein 0:0 und das war gemäß Alex Mrohs langweiliger als Curling. Ich hab’ das Spiel nur in kurzen Ausschnitten gesehen, habe mir aber eben auf Liga Total noch einmal die Zusammenfassung angeschaut. Einmal mehr konnten die Frankfurter in diesem Spiel klar machen, dass sie durchaus ein ernstzunehmender Kandidat für einen Euro-Platz sind. Sie stehen gut und erfreuen damit auch die eigenen Fans. Der Adlerblog weiß lediglich das Schmierentheater zwischen Trainer und Vereinsleitung zu kritisieren – recht hat er.

Kampfsamba gab es am gestrigen Sonntagnachmittag in Freiburg zu sehen. Die Hertha konnte die schwere Aufgabe meistern, die ihnen schon fast keiner mehr zugetraut hatte. Im direkten Abstiegskampf besiegten sie den Sportclub aus dem Breisgau mit einem knackigen und durchaus überzeugenden 3:0. Man könnte fast das Gefühl bekommen, dass der Abstiegskampf langsam nicht nur in Berlin sondern auch in der Mannschaft angekommen ist.

Fazit: Es hat sich nicht all zu viel getan in der Tabelle. Oben blieb es ruhig, nur der Abstand zwischen den Bayern und Schalke 04 hat sich um einen Punkt auf insgesamt vier Zähler vergrößert. Auch im unteren Tabellendrittel gab es zwischenzeitlich wenig ausschlaggebende Bewegung, allerdings konnte die Hertha durch den Sieg den Abstand auf Platz 17 (Nürnberg) und Platz 16 (Hannover) auf zwei Punkte verringern. Der SC Freiburg lauert weitere zwei Punkt weiter oben auf Platz 15 mit mittlerweile 6 Punkte Abstand auf die Kölner die ihrerseits immer weiter in gefährliche Regionen abdriften.

Spieltag 23/2010: Wenig Eigenleistung, viel Glück!

Der 23. Spieltag ist vorbei und unterm Strich mal wieder mehr als glücklich verlaufen für den FC Bayern München. Sowohl der Verfolger FC Schalke 04 als auch der Noch-Tabellenerste Bayer 04 Leverkusen erlaubten sich in ihren gestrigen Partien Patzer, die zumindest aus Sicht der Tabelle das mäßige Unentschieden in Nürnberg ein klein wenig vergessen lassen.

Wendet man jedoch den Blick von der Tabelle ab und betrachtet in erster Linie die eigene Leistung, schmerzt das Spiel vom Samstag einmal mehr sehr. Die in letzter Zeit gerne von den Medien in alle Richtungen gelobte Dominanz der Bayern war am Samstag einfach mal nicht zu sehen. Da hilft es auch nichts mit klaren Ecken-, Flanken- oder Torschussverhältnissen zu prahlen. Dominanz misst sich in meinen Augen dadurch den Gegner voll und ganz im Griff zu haben. Wer sich aber gegen den FCN so ein Tor einfängt und selbst nicht in der Lage ist mehr als eines zu schießen, hat allenfalls sich selbst dominiert.

Was der gesamten Mannschaft leider weiterhin fehlt ist überzeugendes Selbstbewusstsein. Hat mal ernsthaft jemand einen Blick auf das Verhalten von Gomez oder van Bommel am Ball geworfen? Zwei ebenso erfahrene wie teure Profis wirken nach der Ballannahme manchmal derart unbeholfen, dass man meinen könnte Fußball wäre gar nicht ihr Spiel. Dazu gesellen sich im Spielaufbau derart viele unsinnige weil unbeholfene Fehlpässe, dass das so gar nicht zu einer angeblich so dominant spielenden Mannschaft passen will.

Auch durch das fehlen von Ribery (komplett) und vor allem Robben (ab Hälfte zwei) wurde einmal mehr klar wie es um die Kreativität der Bayern bestellt ist. An wenigen Punkten geschwächt oder aus dem Spiel genommen ist diese Mannschaft nicht in der Lage ein Spiel zu machen – schon gar nicht gegen eine defensiv eingestellte Mannschaft. Entweder Hamit Altintop ist durch seinen dauerhaften Platz auf der Bank einfach nur verunsichert oder er hat mittlerweile schon aufgehört zu trainieren – irgendwas dazwischen vermittelte er auf jeden Fall durch seinen Auftritt am Samstag.

Überraschend positiv wenn auch nicht fehlerfrei empfand ich den Auftritt unserer beiden Abwehr-Jungstars. Wenngleich natürlich Holger Badstuber schon einiges an Spielpraxis in dieser Saison sammeln konnte, fand ich ihn schon gegen Florenz und nun auch in Nürnberg in der Innenverteidigung überraschend gut. Vielleicht konnte man das sogar ein Stück weit erwarten. Gar nicht erwarten konnte man aber wohl den Auftritt von Diego Contento. Natürlich nicht fehlerfrei überzeugt der 19-jährige dennoch durch sein ahtletisches Auftreten, hohe Sicherheit am Ball und eine Schnelligkeit wie wir sie lange nicht gesehen haben. Nach aktuellem Leistungsstand müsste eigentlich nach Wiedergenesung von Daniel van Buyten der Argentinier den Weg auf die Bank finden. Ich empfinde ihn als nahezu untragbar für die Bayernabwehr, wenngleich er am Samstag nicht nur schlechte Momente hatte – die allerdings trotz der wenigen Defensivaufgaben einmal mehr nicht zu verbergen waren. Auch am Gegentor war er nicht unbeteiligt.

Was bleibt? Ein Ivica Olic, der leider oft so wirkte als wäre er überrascht von seinem eigenen Spiel. Er scheint bei Ballbesitz grundsätzlich keine Ahnung zu haben wohin die Reise führt und rennt daher nicht selten in völlig Aussichtslose Situationen. Kopf hoch, Ivica – du kannst das besser. Leider erlöste ihn Luis van Gaal viel zu spät und ersetzte ihn erst ca. eine viertel Stunde vor Schluß gegen den durchaus motivierten aber am Samstag weitestgehend allein gelassenen Miro Klose. Ich finde Miro hätte mal wieder mindestens eine komplette Halbzeit verdient um zu zeigen was er kann UND will.

Thomas Müller schoß am Samstag zwar das 1:0, war sonst aber weitestgehend harmlos. Vor seinem Tor war er nicht nur nicht zu sehen sondern produzierte dabei auch noch einige unnötige Ballverluste. Sicher muß man sich mit einem 20-jährigen in Geduld üben und vielleicht könnte er hier und da auch mal ein Spiel oder zumindest eine Halbzeit auf der Bank gebrauchen. Leider erlaubt dies der Bayern-Kader jedoch kaum.

Und da sind wir beim entscheidenden Punkt: Ein längerer Ausfall von Robben oder Schweinsteiger oder eine zweite Verletzung in der Defensive und die Bayern hätten ein ernsthaftes Problem. Mir ist nicht so ganz klar, wie Nerlinger bei diesem Kader in der Winterpause so gelassen formulieren kann, dass man keine Verstärkung nötig hat und wie man mit so einem Kader ernsthaft um zwei Titel (Meisterschaft + DfB-Pokal) mitspielen und in der Championsleague soweit wie möglich kommen will.

Bleibt nur zu hoffen, dass spätestens im Sommer noch 3-4 knackige Transfers anstehen die das ein oder andere Problem beheben und 2 oder 3 eher weniger dienliche Spieler den Verein verlassen. Tymo und Lell stehen da ganz oben auf meiner Liste.

DfB-Pokal-Karten für die Allianz-Arena – FC Bayern München vs. Greuther Fürth

8. Februar 2010   View Comments

Am kommenden Mittwoch – also in zwei Tagen – treffen in der Münchener Allianz-Arena der FC Bayern München und die SpVgg Greuther Fürth aufeinander. Nicht gerade ein Spitzenspiel, aber besser als nix. Seit geraumer Zeit hab’ ich immer mal wieder versucht an Karten für die Allianz-Arena zu kommen um mir meine Bayern endlich (nach ca. 25 Jahren) mal wieder Live anschauen zu können.

allianz arena.jpg

Wenn ich mich recht erinnere war’s damals ein Spiel gegen den KSC – das muss irgendwann anfang der 80er gewesen sein. Damals war’s auch noch etwas leichter (und billiger) an Karten zu kommen. In Zeiten von fast ausschließlich ausverkauften Spielen ist das heute nicht mehr so einfach. Dazu kommt ein äußerst nerviges Losverfahren, das einem als nicht-Mitglied fast keine Chance lässt. Erst im letzten Herbst hab ich’s wieder probiert. Ich wollte meinem Dad zum Geburtstag einen Besuch bei den Bayern schenken und hab deshalb bereits zu Saisonbeginn für zwei Spiele im späten Herbst karten vorreserviert. Leider bekommt man aufgrund der Endgültigen Terminvergabe erst ca. 4-6 Wochen vor dem Spiel bescheid, ob man Karten ergattern konnte. In beiden Fällen ist es mir nicht gelungen bzw. hatte ich nicht genug Glück um das Los auf mich fallen zu lassen.

Sehr unbefriedigend, aber irgendwo auch klar – irgendwie muss man die hohe Nachfrage ja sinnvoll abarbeiten. Vermutlich war ich einfach zu spät dran. Nun hat sich bei einem Gespräch am Wochenende ergeben, dass für das Spiel am Mittwoch noch Karten zu haben sind. Am Wochenende waren es wohl noch 16.000 – als ich heute Morgen dann zwei Karten ergattert habe waren es im Kopf überschlagen vielleicht noch 2.000 (nach den Angaben des Onlineticketing).

Ich bin sehr gespannt wie’s wird – auf jeden Fall wohl kalt. Das soll uns aber nicht weiter beeindrucken, solange das Ergebnis passt – und davon gehen wir aus – werden wir sicher Spaß haben, der alte Mann und ich ;-)

Bild unter CC von andreas1980@flickr

Bayern gegen Leverkusen – Arbeitsunentschieden?

22. November 2009   View Comments

Gibt es so etwas wie ein Arbeitsunentschieden? Dann müsste man das heute wohl so nennen. Als Fan der Bayern muss man sagen, dass Hopfen und Malz wohl noch nicht ganz verloren sind, wenngleich die Probleme offensichtlich sind. Wieder einmal konnten die Bayern stark beginnen und durch ihren Einsatz trotz häufiger Einzelfehler überzeugen. Man hat ihnen in den ersten 10 Minuten den Siegeswillen angemerkt. Man konnte sich einbilden, dass die Mannschaftsbesprechung, die offenbar ohne Trainer stattgefunden hat, ihre Wirkung zeigt.

Aber dann – nach dem Führungstreffer in der 8. Spielminute kam in der 12. Minute direkt das Gegentor und dahin war’s mit der Freude. Kurz nach dem Ausgleich beherrschten die Leverkusener das Spiel und konnten mit den Bayern fast machen was sie wollten. Ein Glück, dass durch Abseitstellung ein frühes zweites Gegentor verhindert wurde. Im großen und ganzen ist das Ergebnis wohl als “na gut, okay” einzustufen – schließlich hat man gegen einen Tabellenführer gespielt, der nach nun 13 Bundesligaspielen immer noch ungeschlagen ist. Die komplette Medienwelt (inkl. Doppelpass heute Vormittag und T-Home-Kommentatoren und -Moderatoren haben schon mal van Gaal hinsichtlich der zu erwartenden Niederlage totgesagt).

Das eigentlich schlimme am heutigen späten Nachmittag waren die teilweise desaströsen Einzelleistungen an den wichtigsten Positionen:

  • van Bommel: Unsicher, unnötige Ballverluste, Fehlpässe, läuft defensiv nur dem Gegner hinterher.
  • van Buyten & Demichellis: nicht schlecht, aber auch nicht gut. Beide ebenfalls unsicher mit einigen dicken Schnitzern
  • van Schweinsteiger: Fehlpässe ohne Ende, keine Flanken, keine Kreativität
  • Tymoshtschuk: Erneuter defensiver Totalausfall mit zwei dicken offensiven Chancen, die er nicht verwerten konnte.
  • Müller: Heute ein Ausfall (~65. Minute ausgewechselt gegen Olic)
  • Gomez: Anfangs gut, sehr aktiv, hat in der Rückwärtsbewegung gut mitgearbeitet. Spätestens ab der 2. Halbzeit fast nicht mehr sichtbar.

Es wird immer klarer, dass das zentrale Mittelfeld der Bayern den Ansprüchen nicht gewachsen ist. Spielt man stark offensiv ausgerichtet, wie es zu Beginn der Fall war, dann fehlt einfach defensive Unterstützug durch die beiden Sechser. Bommel und Tymo waren hier heute keine große Hilfe und haben die Innenverteidigung oft genug alleine gelassen und so den Leverkusener große Chancen ermöglicht. Trotzdem konnten sie offensiv kaum Akzente setzen. Ein frustrierter Sturmlauf von van Bommel (der einzige?) endete mit einem Ballverlust am Sechzehner, für den der Holländer mit viel Glück noch einen Freistoß bekommen hat. Offensivvorstöße von Tymo gab es ebenso selten. Zwei Schüsse gab es vom Rande der Box, von denen er nur einen auf’s Tor bringen konnte, den Adler aber sensationell hielt. Kreativität ist von den beiden 6ern definitiv nicht zu erwarten und genau da fehlt es den Bayern. Es fehlen einfach 1-2 gute zentrale Mittelfeldler die Allrounder genug sind um offensiv zu wirken und defensiv auszuhelfen. Bezeichnend ist, dass Alexander Baumjohann nach seiner Einwechslung (ca. 75. Minute) deutliche Akzente setzen konnte, wenngleich natürlich 15 Minuten Einsatzzeit nach vielen Wochen keine Wunder bewirken können. Toni Kroos hat einstweilen auf der Gegenseite ein Bewerbungsspiel abgeliefert, dass er eigentlich gar nicht braucht. Hoeneß hat in dieser Woche über die Presse klar gemacht, dass er bei Bayern unter Vertrag steht und unverkäuflich ist – gut so.

Inwieweit nun an der mittelmäßigen Leistung des FC Bayern München dem Trainer die Schuld zu geben ist bleibt fraglich. Sicherlich ist das Chaos um die verschiedenen Formationen und Aufstellungen mit Schuld daran, dass bis heute keine Linie zu erkennen ist und man klar merkt, dass die Spieler sich untereinander wenig bis gar nicht einig sind. Aber dafür kann der Trainer sicher nur bedingt etwas. Zum Anfang der Saison hat das Personal für 4-3-3 gefehlt, dann hat man es gekauft – jetzt ist es verletzt. Da trägt der Vorstand durch die Einkaufspolitik der letzten Jahre sicherlich eine Teilschuld dran – und auch durch die Tatsache, dass man sich jetzt mit der Brechstange auf 4-3-3 einstellen wollte, was man nun offenbar wieder zurückgenommen hat und diesbzgl. sogar den Trainer öffentlich bloßstellt. Fragwürdiges vorgehen.

Ich glaube ja, dass ein Trainerwechsel in der aktuellen Situation am wenigsten bringen würde. Wenn man die Mannschaft im Winter nicht sinnvoll verstärkt und bis dahin ein System beibehält und es gezielt ausbaut, dann sehe ich schwarz für diese Saison. Das mit der Championsleague klappt ohnehin nur noch mit viel Glück, und auch in der Bundesliga wird der Abstand zur Spitze nicht kleiner mit solchen Ergebnissen.

Nächsten Donnerstag ist Jahreshauptversammlung. Dann wird Hoeneß Präsident werden, Beckenbauer wird es endlich nicht mehr sein aber sonst wird sich dadurch wohl wenig ändern.

posted via web from me, helmi.

Die Erkenntnisse aus dem 1:1 gegen Schalke

7. November 2009   View Comments

  1. van Bommel kann offenbar mit dem aktuellen Druck nicht umgehen oder hat einfach nur komplett verlernt wie man einen Ball sicher am Fuß hält und anschließend zielgerichtet abspielt.
  2. Tymoshchuk’s Leistung wird nicht mehr stetig besser sondern fällt rapide in den Keller.
  3. Im Mittelfeld werden weiterhin mehr Bälle verloren als auf einem Pro-Tour-Golfplatz im Jahr.
  4. Bei Bayern rumort es intern offenbar noch mehr als gedacht: Lahms Interview, Tonis früher Abgang, Hoeneß’ Kommentare, van Gaals Blick.

man darf gespannt sein wie die Reaktionen des Vereins auf das heutige Geschehen ausfallen werden.

posted via web from me, helmi.

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